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Montag, 16. Dezember 2019

Meine Leseliste 2019



  • Der Report der Magd / Margaret Atwood
  • Alias Grace / Margaret Atwood 
  • Die Terranauten / T. C. Boyle  
  • Die Wanderin im Grenzland / Cambra Skadé  
  • Freddie Mercury: Die Biografie / Lesley-Ann Jones 
  • Die Holunderschwestern / Teresa Simon
  • Wo die Geister wandern / Dirk Heißerer  
  • Das Licht von Avalon: Das Erwachen / Aime San  
  • Der weibliche Weg zur wilden Kraft / Luisa Francia  
  • Berggöttinnen der Alpen / Heide Göttner-Abendroth 
  • Die Zeuginnen / Margaret Altwood 

Der Report der Magd  von Margaret Atwood   ist ein Roman aus dem Jahr 1985. Darauf aufmerksam wurde ich durch die Serie The Handmaids  Tale.   In einer relativ nahen Zukunft, haben die Frauen in Amerika plötzlich keine Rechte mehr. Es geht alles ziemlich schnell, es geht um Rassismus, Unterdrückung, Fanatismus und Sexismus, und um Macht.  Beim lesen habe ich mich immer wieder gefragt, kann das wirklich passieren? Ja! meine einfache Antwort.  Unbedingt lesen! Dieses Buch rüttelt wach und hat mich auch nach fast einem Jahr immer wieder gedanklich beschäftigt. Die Serie habe ich mir  danach  angesehen.10/10 Punkten Der Report der Magd ist ein literarisches Meisterwerk!

Alias Grace von Margaret Atwood ist ein Roman nach einer wahren Begebenheit. Der Fall der jungen Grace Marks  hat im 19. Jahrhundert die Öffentlichkeit sehr bewegt. War sie Mitschuld am Tod ihres Arbeitgebers und dessen Freundin?  Margaret Atwood erzählt in ihrem unverkennbaren Stil die Geschichte von Grace und die des jungen Nervenarztes Jordan, der sich mit dem Fall beschäftigt. Während sie ihm ihr Leben schildert näht Grace einen Quilt. Im Buch werden die einzelnen Kapitel  durch Zeitungsartikel, Briefe, Gedichte und Gerichtsartikel ergänzt. Es entsteht ein erzählerischer Quilt, was auch durch die einzelnen Quadrate zu Beginn jedes Kapitels dargestellt wird. Ein Quilt, weil das Ganze mehr ist, wie seine Einzelteile. Weil alles mehrere Seiten hat. 7/10 Punkten

T. C. Boyle erzählt in Die Terranauten von einem Öko-Experiment mit vier Frauen und vier Männern, die für 2 Jahre unter einer Glaskuppel leben und forschen. Mich hat dabei die zwischenmenschliche Dynamik interessiert.Es hat allerdings fast 300 Seiten gedauert, bis ich wirklich drin war. Es ist ein bisserl wie die TV Show Big Brother.  Man lernt die Protagonisten immer mehr kennen und ist gespannt, wie sie reagieren werden.Zum Schluss hin gibts noch eine fette Überraschung.  Das Ende lässt Raum für einen weiteren Teil.  7/10 Punkten

In ihrem neusten Buch Die Wanderin im Grenzland erzählt  Cambra Skadé  in ihrer ganz eigenen, wundervollen Art vom Land dazwischen und  den Wegen der Wandlung. Davon wenn der Nordwind weht und von   den Träumen der Ahnen. Ich kann  euch dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Für Frauen, im Dazwischen! Leider kann ich keine 10/10 geben, was am Verlag des Buches liegt.  Daher nur 8/10.

Freddie Mercury: Die Biografie  von  Lesley-Ann Jones. Interessant für alle, die gerne mehr über den charismatischen Sänger von Queen wissen wollen. Man erfährt vieles über seine Art zu leben, von seiner Kindheit bis hin zu seinen Hoffnungen, und Ängsten,  Erfolgen und Misserfolgen. Die Autorin dürfte sich gern etwas mehr zurücknehmen, auch wissen echte Fans, dass einiges nicht ganz so war wie geschildert. Außerdem gibt es unnötig viele Informationen über irgendwelche Leute die Null Relevanz haben. 4/10 
  
Die Holunderschwestern von Teresa Simon wurde mir von Renate empfohlen. Ein spannender Roman der die Familiengeschichte zweier Schwestern zwischen den beiden Weltkriegen beschreibt. Geheimnisse aus der Vergangenheit die bis in die Gegenwart wirken, sehr spannend und fesselnd erzählt.  Besonders gefallen hat mir natürlich der Bezug zu München, spielt das Buch doch direkt vor meiner Haustür und so wurden die Figuren fast lebendig für mich.  Am Ende ein bisserl kitschig, aber mei, muss halt auch manchmal sein. 9/10 

Wo die Geister wandern: Literarische Spaziergänge durch Schwabing von Dirk Heißerer. Schwabing ist ja kein Ort, sondern ein Zustand;  wie Franziska Gräfin zu Reventlow, die schillernde Figur der Bohème es einst nannte.  Ja und hier wohne ich nun seit gut 20 Jahren und allein schon deshalb interessiert mich  wo im legendären Künstlerviertel die Geister zu wandern  wagten. Ein literarischer Stadtführer, Kulturgeschichte hautnah, mit Rilke, Wedekind, den Brüdern Mann, die Blauen Reiter und so manchem mehr. Beim Lesen und gehen steigt das Gefühl von damals in mir auf, Bilder entstehen...8/10

Das Licht von Avalon: Das Erwachen  von  Aime San habe ich mir aufgrund der vielen positiven Rezessionen gekauft.  Es erfüllt alle Vorstellungen einer Esoterischen Fan Fiction. Es tropft nur so voller Schmalz und Klischees. Da wird aber auch echt nichts ausgelassen: Lucides Träumen,  Tierkommunikation und natürlich Seelenverwandte vom andern Stern.  Atlantis, Avalon, Erzengel, Waldfeen, das volle Programm.  Nach 50 Seiten wollte ich es schon zur Seite legen.  Ich habe mich durchgerungen, doch es wurde nicht besser. Polsprung, Sonnensturm, Innere Erde  und Delfine. Sprechende Delfine natürlich.  Geschwurbel um  Geschwurbel. Wer dem nicht folgen kann, ist halt noch nicht auf so einer hohen Bewusstseinsebene, nicht wahr? Ganz üble  Kost, Finger weg. 0/10 

Der weibliche Weg zur wilden Kraft  ist das neuste Buch von Luisa Francia. Wer Luisa Francias Bücher und ihren Tagebuch Blog  kennt, wird vielleicht wenig Neues entdecken. Doch gerade in der Wiederholung steckt ja eine besonders magische Kraft. Luisa hat ihren ganz eigenen Schreibstil, den ich sehr erfrischend empfinde. 7/10

Heide Göttner-Abendroth   spürt in ihrem Buch Berggöttinnen der Alpen die noch vorhandenen Spuren des matriarchalen Zeitalters in der Landschaft auf. Landschaftsmythologische Forschungen, Volkskunde, Geografie, umfangreiches, fundiertes Wissen, welches mir meine Heimat noch vertrauter macht. 9/10

Die Zeuginnen  von Margaret Atwood ist die Fortsetzung des Romans "Der Report der Magd" der, spätestens seit er Vorlage der gleichnamigen Serie war, zu einem ikonischen Text des Kampfs für Frauenrechte wurde. Freiheit, Demokratie, individuelle Rechte, wie leicht zerbrechlich diese Werte sind, sehen wir auch in unserer Zeit.Die Zeuginnen erklärt viel über das System Gilead, leider kommt es nicht an die Tiefen heran, die der erste Roman hatte. Dennoch sehr empfehlenswert. 9/10





In diesem Jahr konnte ich gleich mehrere  großartige Autorinnen und Autoren live bei Lesungen erleben.   Für mich immer wieder ganz besondere Erlebnisse.  


Im Frauenbuchladen Lillemors stellten im März Cambra Skadé und im Juli Luisa Francia  bei  Lesungen ihre neusten Bücher vor.   Beide  mit einer Sprache, die mich sofort berührt.  Wir sind vom gleichen Stamm. Ich danke beiden für ihre Inspiration und ihr Wirken!  Sie teilen ihr großes Wissen mit uns auf eine ganz offene, herzliche Art. Aufwühlend, zum nachdenken anregend. Da rührt sich was!

Ihr beeindruckendes Wissen teilte Heide Göttner Abendroth bei einem Vortrag im Oktober mit uns aufmerksamen Zuhörerinnen. Welch wertvolle Arbeit sie seit Jahrzehnten leistet, dafür gebührt ihr mein Dank und Respekt! Hat mich wirklich schwer beeindruckt!


Sehr unterhaltsamen und interessant war der  Vortrag von Wolf Dieter Storl. Ein unglaublich lieber und warmherziger Mensch, der mit seiner humorvollen Art uns die Frühlingskräuter näher brachte. Er schweifte natürlich auch immer wieder ab, was den Vortrag aber nur noch, noch schöner machte. Ich kann jedem seine Bücher wärmstens an's Herz legen.



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Alle Texte (co) Karin Mayer - sofern es nicht anders gekennzeichnet ist. 
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Dienstag, 11. Dezember 2018

meine Leseliste 2018



    • Blühende Fantasie / Luisa Francia
    • Wolfsmedizin / Wolf Dieter Storl
    • Die vierzig Geheimnisse der Liebe / Elif Shafak
    • Schlage die Trommel und fürchte dich nicht / Maria Gräfin von Maltzan
    • Die Göttin im Federkleid / Luisa Francia
    • Land der Großen Göttin / Brenda Gates Smith
    • Der Magische Alltag / Luisa Francia
    • 1913 - Der Sommer des Jahrhunderts / Florian Illies
    • Die Töchter der Großen Göttin / Brenda Gates Smith  


    Blühende Fantasie von Luisa Francia  ist ein nettes kleines Büchlein über Vision, Imagination und das Wesen der Magie. Etwas zu klein für den Preis, wie ich finde. Wer ihre Bücher mag, der wird auch dieses schätzen. Im Praxisteils gibt es einige hilfreiche Anregungen zum imaginieren, denn nichts auf dieser Welt wurde erschaffen, ohne vorheriger Vision. Erschaffen wir uns unsere eigene Wirklichkeit!

     
    Wolfsmedizin
    von Wolf Dieter Storl ist ein ethnologischer Reisebericht über die Mongolei und Sibirien. Eine Gegend, die mich mein ganzes Leben lang schon magisch anzieht. Haben andere von der Karibik geträumt, wars bei mir das weite Land der Jurten, Schamanen und Wölfe.  In diesem Buch schreibt Wolf Dieter Storl über schamanische Praktiken und die Ursprünge der Volksmedizin. Er nimmt mich mit auf die Reise in das Land meiner Träume. Sehr schön auch die zahlreichen Bilder.

    Die vierzig Geheimnisse der Liebe von  Elif Shafak. Die 500 Seiten haben sich ein bisschen gezogen.  Am Schluss hab ich dann doch ein paar Tränen verdrückt. Nicht wegen dem Buch, wegen der Liebe. .. Die Story etwas langatmig, doch bietet das Buch einen interessanten Einblick in den Sufismus und den Islam, über das Leben Rumis und eben den vierzig Geheimnissen der Liebe.


    Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, die Biografie von  Maria Gräfin von Maltzan. Ich habe das Buch vor Monaten gelesen und  heute noch denke  ich  öfters darüber nach. Empfohlen wurde es mir von meiner lieben Leserin Michaela, die meine Neugier weckte: Die Geschichte einer Frau mit  Höhen und Tiefen, die sich verloren und wiedergefunden hat. Gräfin Maltzan hat  aktiv im Widerstand gegen das NS Regime gekämpft, hat Haltung bewahrt wo andere sich weggeduckt haben. Einmal angefangen, konnte ich es nicht wieder weglegen. Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, ist wohl auch ein Lebensmotto von mir, das wurde mir beim lesen bewusst.  Sehr empfehlenswert!


    Die Göttin im Federkleid von Luisa Francia. Das weibliche Universum bei Germanen und Kelten. Von Göttinnen, weisen Frauen und Seherinnen. Ganz besonders schön finde ich, wie jedem Thema ein Märchen voraus geht. Auf der Spurensuche nach unserer weiblichen Urkraft.  Nährend und wohltuend, wie all ihre Bücher. 


    Der Magische Alltag  von Luisa Francia. Und immer wieder Luisa! Ich liebe ihre Bücher.  Ohne viel Chichi und blabla, einfach, ehrlich und echt und doch hat jede Seite ihren Zauber. Im "Magischen Alltag" teilt Luisa  ihre Erfahrungen und ermuntert die Leserinnen und Leser, eigene Rituale zu erschaffen. Anregungen und Inspiration, ein Buch in das ich immer wieder gerne rein lese. 


    1913 - Der Sommer des Jahrhunderts von Florian Illie. Ein Buch das glücklich macht, wie es  in einer Rezession steht. Wie viel Zeit und  Arbeit in diesem Buch steckt? 1913, das Jahr indem unsere Gegenwart begann. Das Jahr, wo die Welt scheinbar noch in Ordnung war aber die Ahnung auf das was kommt in der Luft lag. Die  kurzen Geschichten mit dem Wissen von heute betrachtet haben mich mehr als einmal geflasht. Hab es mittlerweile  schon zweimal verschenkt.


    Die Töchter der Großen Göttin  und die Fortsetzung Land der Großen Göttin von  Brenda Gates Smith, spielen in einer Zeit lange vor unserer. Auch damals stand die Welt vor einem Umbruch. Die große Göttin wird immer mehr vom Patriarchat zurückgedrängt. Wer die Ayla Bücher mag, dem wird auch die Geschichte um Yana und Henni gefallen.  Ich hätte mich gefreut, wenn noch tiefer in die Zeit eingegangen wäre, wie haben sie geheilt, welche Rituale und Zeremonien wurden abgehalten. Wurde zwar angeschnitten, aber da hätte ich gerne noch mehr gehabt. 

    Vorsatz fürs nächste Jahr: Mehr Zeit zum Lesen!!


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