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Montag, 5. Januar 2015

Die Nacht der Wunder


Die letzte Rauhnacht ist für viele auch die wichtigste, es ist die Nacht der Percht, oder besser gesagt, es ist die Nacht der großen Göttin. Nur in dieser einen Nacht soll sich die Göttin in ihrer dreifachen Gestalt zeigen. Als junge weiße Frühlingsgöttin, als  fruchtbare rote Feuerfrau und als die weise schwarze Percht. 
 
Die Nacht zum 6. Januar wird im alten Volksglauben  auch die Nacht der Wunder genannt. In dieser Nacht verteilt die Göttin ihre Gaben. Der alte Name dieses Tages lautet Epiphanie, was Erscheinung bedeutet. Noch heute bringt in Italien  die Hexe Befana am 6. Januar, dem Heilig Drei König Tag, die Geschenke. 

Neben Wilbeth und Ambeth, gehörte Borbeth im keltischen Glauben zu den Schutzgöttinnen, den drei Bethen.  Sie waren so tief in die damalige Zeit verankert, dass die Kirche sie zu Katharina, Margarethe und Barbara umwandeln musste. Die Initialen der drei heiligen Madln sind: K M B  kommt euch vielleicht bekannt vor. Ein uraltes und mächtiges Schutzritual, welches heute noch sehr verbreitet ist: K M B  
So leben die alten Bräuche oft in einem anderen christlichen Gewand weiter. Manches ist ganz tief verwurzelt. 

Eine meiner Großmütter lebte den Berg hoch am Waldrand, wir verbrachten viele Wochenenden dort. Wenn aus dem Wald Nebelschwaden hochzogen, dann sagte sie immer mit einem geheimnisvollen Klang in der Stimme: "D´Frau Bär kocht heut" 
Mir kam als Kind nie in den Sinn, dass damit eine echte Bärin gemeint sein könnte. Intuitiv verstand ich, ohne viele Worte. Und die Großmütter mussten auch nicht viel sagen, sie wussten, dass man es weiß und ich wusste, dass sie wissen. Die Percht oder Bärmutter, wie sie im alpenländischen Raum gern genannt wird.  Bärmutter ganz ähnlich klingt da auch Gebärmutter. Die Percht, die das Licht zur Wintersonnwende neu gebärt. In einer Zeit wo die Natur starr und kalt wie tot  erscheint.


Die Göttin kommt heute Nacht bei uns vorbei. Mit den Augen der Liebe blickt sie auf uns, so wie nur eine Mutter ihre Kinder anblickt. Wie es der alte Brauch ist, werde ich der Percht, mit samt ihrer wilden Jagd, eine Gabe vor die Tür stellen. Zum Hollerbaum gehen und dem Wind lauschen.  Zum Dank an Frau Holle dann räuchern, trommeln, ... Vielleicht könnt ihr sie auch hören ...Vielleicht beschenkt sie uns ...

Eine Nacht der Wunder wünsch ich Euch! 



Alle Texte (co) Karin Mayer 
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Bildquelle:Privat (co) Karin Mayer und pixabay.de 

Samstag, 1. Februar 2014

Imbolc - Das Fest der Brigid

Als ich vor ein paar Tagen spazieren war, über Wiesen und durch Wälder, da hab ich es ganz leis gespürt und dann auch  zart gesehen. Die Wurzelkinder, die Erd, die Natur, die erwacht, ach was für ein wunderschönes Gefühl mich sanft durchströmte. Der Winter ist nimmer lang, ein leises Erahnen. Auch wenn es fast keinen Schnee gab, so war er doch gefühlt zu lang, die schwere Decke der dunklen Jahreszeit zieht sich nun immer weiter zurück. Ganz bewusst hab auch ich mich in diesem Winter zurückgezogen, bin in mich gegangen. Manche mögen das Winterschlaf nennen, ich sag dazu "ganz bei mir sein". In früheren Jahren hat ich gern mal "Winterblues", der Januar wurde von mir mit  Bonjour Tristesse begrüßt. Kennen bestimmt einige von euch, die lange dunkle Zeit kann schon aufs Gemüt sich schlagen und zum Seelenwinter werden. Aber auch das ist ganz natürlich, die Natur zeigt es uns doch!

Imbolc ist  das Fest der Brigid, sie wird auch Hüterin des Feuers genannt. Brigid löst jetzt  die Percht ab, die über den Winter herrscht. Oh, ja, die Percht, die hat ganz schön an uns gezerrt in den magischen Rauhnächten. Nun kehrt Brigid zurück aus der Unterwelt, so wie das Licht langsam zurück in die Welt kehrt. Die Tage werden  schon sichtbar wieder länger und der Frühling rückt näher.

Und ganz langsam spür ich es auch in mir, es tut sich was, es regt sich was, die Energie, das Feuer kehrt zurück. Auf dem Weg zur Arbeit bin ich an einem Baum vorbei, ich mein, ich sah schon den Hauch von einer Knospe und wir riefen uns zu: Ja, das Leben fängt wieder neu an! Und Wärme durchströmte mich.  Die Natur rüttelt und streckt sich und auch ich krieg wieder mehr Lust meine Fühler auszustrecken. Das Feuer von Brigid weckt uns und das Lebensfeuer entfacht von neuem.


Die Ruhe hat mir so gutgetan, hat mir Zeit und damit auch Kraft gegeben. Aber nun kribbelt es vor Vorfreude. Eines meiner Lieblingsbücher, "Etwas von den Wurzelkindern" kommt mir dabei in den Sinn. All die Pflänzchen und Tierlein im Schoss von Mutter Erde werden sacht von ihrem Lied geweckt. Brigid, die Hüterin der heiligen Flamme, lässt unser Feuer nie ganz ausgehen, sie weiß,  dass die Natur und wir aber auch die Pausen brauchen. 

Ich spürs auch ganz deutlich, in mir steigt die Lust auf Frühjahrsputz. Interessant find ich dabei, dass das Wort Februar (es kommt von Feburarius) soviel wie Reinigungsmonat bedeutet. Imbolc wiederum soll vom keltischen imb-fholc kommen, was in etwa Rundum Waschen bedeutet.  Ein magisches Bad mit Rosmarin und Birkenblättern lässt uns das Schöne mit dem Angenehmen verbinden.  Bei  solch rituellen, magischen Bädern soll man übrigens nur natürliche Zutaten verwenden, nur den Kräutersud. Passend zum Jahreskreisfest  Imbolc wird unser Brigid-Bad mit vielen Teelichtern dekoriert. Alles ist mit allem verwoben! Frühjahrsputz im innen wie außen, auch auf der spirituellen Ebene, von der dunklen Jahreszeit befreien, darauf hab ich jetzt Lust. Durch ein geputztes Fenster kann die Sonne auch wieder viel klarer und leuchtender strahlen.

Gesegnetes Imbolc
Blessed Imbolc

☽✩☾

Noch mehr von mir über  Imbolc und ein Kerzenritual könnt ihr hier nachlesen: Imbolc






Text (co) Karin Mayer
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Mittwoch, 18. Dezember 2013

✰ Wintersonnwende ✰✰✰ Rauhnächte ✰✰✰ Weihnachten ✰✰



Im tiefen Schlaf liegen Wiesen und Wälder, in den  wilden und geweihten Nächten der Wintersonnwende. Doch horcht, der Wind, der möcht uns was erzählen. Von den rauen Nächten und der Wilden Jagd, gebt gut acht und lasset die Räder der Zeit still stehen! In der dunkelsten Nacht kehrt die Sonne zurück und mit ihr das Versprechen der Wiedergeburt. Nehmt an, das Geschenk, was in den rauen Nächten euch wird zugeraunt! Das Licht der Sterne wird euch führen und öffnet verborgen geglaubte Türen. Räuchert mit Mistel, Beifuß, Salbei und Engelwurz, so geben sie uns wärmende Sonnenkraft, magischen Schutz  und heilende  Erdenkraft.



Für die meisten von uns ist Weihnachten ein Christliches Fest. Eines der schönsten Feste,  das Fest der Liebe und immer mehr das Fest des Kommerz. Doch dieser christliche Brauch der Weihnacht ist viel viel älter, schon lange vor unserer Zeit  feierten die Menschen zur Wintersonnwende die Wiedergeburt des Lichtes. In einer der längsten Nächte gebar die große Göttin das Sonnenkind. Eine magische Zeit der heiligen Zeremonien.


Die großen keltischen Jahreskreisfeste wurden allesamt von der Kirche vereinnahmt und sind an  so manchem Ritual, wie dem Räuchern oder der Kräuterweihe, dem Perchentlauf und den Sonnwendfeuern   auch heute noch erkennbar.

Adventskranz, Tannenzweigerl, Lebkuchen, Misteln, Kerzen und Weihnachtsbaum, all das gehört für uns in die Weihnachtszeit, oder wie es im skandinavischen Raum heißt: Jul. Jul stammt noch aus dem keltischen und heißt eigentlich Rad, dem Symbol für die Sonne. In manchen Gegenden gibt es noch den Brauch, ein brennendes, mit Stroh umwickeltes Wagenrad den Berg hinunter rollen zu lassen. Im festen Glauben,  dass die Felder dadurch fruchtbar werden.


Für mich hat diese Zeit im Jahr viele Erinnerungen, ich denke so wird es vielen von euch auch gehen. So sind die bei uns im Voralpenland veranstalteten Krampusläufe mit ihren furchterregenden Masken ganz tief in mir verankert. Wer einmal bei so einem Perchtenlauf mit dabei war, der weiß um das Gefühl. Da wird einem ganz anders, wenn man spürt, was für eine uralte Kraft da ans Licht kommt. Mit dieser unbändigen  Kraft sollen die Winterdämonen vertrieben werden. Über die Percht und die wilde Jagd hab ich hier einiges für euch geschrieben 
>>> Rauhnächte - 12 Nächte voller Magie <<<




In manchen Gebieten ist es noch der Brauch, dass die im Kreis tanzenden Perchten mit ihren Stäben ein Pentagramm auf dem Boden zu bilden. Frau Percht steigt dann auf den Fünfstern und wird hochgehoben und im Kreis gedreht. Dieses Schutzritual soll besonders stark sein. Die Leut haben sich halt früher auch viel mehr vor den Urgewalten gefürchtet. Unsere Oma, die hat uns in den Rauhnächten auch gern die alten Geschichten erzählt.

So sollen mal welche in den Rauhnächten trotz Verbots Kartengespielt haben. Beim Heimgehen über die Kreuzung haben sie es dann gesehen; die Totenumzüge des kommenden Jahres. Unter den vier Kartenspielern war einer dabei, der ist auf der Stelle schlohweiß worden, hat er doch seine eigene Leich grad gesehen. Ich hab sie immer geliebt, die schaurigschönen Geschichten, auch wenn mir s´Herz ganz laut klopft hat. Das war für mich immer schon eins der schönsten Sachen in der Weihnachtszeit, das beisammen sitzen und erzählen. Wenn alle miteinander was gemacht haben, mit Mama und Oma und auch die Cousine war noch mit dabei, meine Brüder und ich, und dann wurde  gemeinsam Plätzchen gebacken, Geschenke verpackt und das Haus geschmückt und Geschichten erzählt.




Wenn ich so nachdenke, ja ich mag die Weihnachtszeit schon sehr. Den Duft vom Tannengrün und das backen und naschen von Plätzchen. Meine Lieblingsplätzchen sind die Pfaffenhütchen, vielleicht kennt ihr die? Ich hab da noch die alten Rezepte von meiner Mama, denn  nur nach denen wird bei uns gebacken. Ich mag die Familientraditionen zur Weihnachtszeit, und wenn der Duft von frisch geschälten Orangen den Raum erfüllt wird leise ein Weihnachtslied angestimmt. Früher, als Kind hab ich immer alle Schränke nach Geschenken abgesucht und hinein geblinzelt. Heute bereitet es mir immer eine ganz besondere Freude, die Geschenke schön zu verpacken und dabei liebevolle Gedanken mit einzuweben. Und ich liebe es, schöne Weihnachtskarten zu schreiben und  freu mich auch riesig,  wenn ich  welche bekomme. Ich mag das Lichtermeer in der Stadt und wenn ich in der Dunkelheit durch die Straßen gehe, dann schau ich mir die beleuchteten und dekorierten Fenster so gern an und denk mir dabei: Wie schön sie doch ist, die Weihnachtszeit! Beim Konsumzwang, da klinke ich mich aus, das schönste was wir einander schenken können ist sowieso Zeit!



Die Sonne steht nun im Wendekreis des Steinbocks, eigentlich fängt ja der Winter erst an und doch wissen wir, das Licht ist neugeboren. Diese Magie der Rauhnächte und der Wintersonnwende, die hat mich immer schon tief berührt. Zwischen den Jahren, das hat für mich einen ganz mystischen Klang. Zwischen den Jahren, zwischen den Zeiten. Das Alte vorbei, das Neue noch fern. Die Zeit der magischen Augenblicke!

Ein solcher ist für mich immer, wenn ich "Stille Nacht" höre. Das Lied berührt mich einfach, auch wenn wir früher an Heilig Abend oft beim singen lachen mussten. Oder vielleicht auch gerade deshalb, weil es mit schönen Erinnerungen verbunden ist. Ganz in der Nähe der Stillen Nacht Kapelle aufgewachsen hat es für immer einen besonderen Klang in meinem Herzen. Unsere Oma erzählte von dem Weihnachtsfrieden, wo sich feindliche Soldaten am Heiligen Abend gegenüber standen und gemeinsam das Lied gesungen haben und die Waffen ruhten. Da rinnen mir jedesmal die Tränen...

Die ersten drei Nächte nach der Wintersonnwende gehören den drei Schicksalsgöttinnen. Die Nornen spinnen die Fäden der Zeit. Ab der Weihnacht beginnen die Lostage. Es  sind die Tage,  um  gute Vorsätze zu schmieden und auch seit jeher die Zeit um  einen Blick  ins Neue Jahr zu werfen. Ein heute noch sehr weit verbreiteter Brauch ist da das Bleigießen in der Silvesternacht, bei uns schon immer Tradition. Wenn man auch viel Phantasie braucht um zu erkennen, was man da gegossen hat. Eine andere Tradition des Orakelns ist es, an jedem Tag der zwölf Lostage eine Karte zu ziehen. Für jeden Tag des kommenden Jahres eine. 



Zu den ältesten Ritualen der Menschheit gehört das Räuchern. Geräuchert hat man immer schon, es wurde nur in den letzten Jahrzehnten irgendwann fast vergessen und wird jetzt wieder neu entdeckt. Früher sind bei uns auf dem Land die alten Bäuerinnen mit der Räucherschaufel durch Haus, Hof und Stall  und haben um Schutz und Segen fürs kommende Jahr gebeten. Die ätherischen Öle die beim Räuchern freigesetzt werden, die gehen über die Nase direkt in unseren Geist und verbinden uns mit dem Universellen. Gerüche werden  nicht mit dem Verstand wahrgenommen sondern  unser Unterbewusstsein wird direkt angesprochen. In den Rauhnächten wird nach einem bestimmten Ritual geräuchert. Erst zur Reinigung, um alles altes und negatives hinaus zu lassen. Dann sorgt eine ausgewogene Mischung fürs energetische Gleichgewicht und abschließend kann man noch etwas aufbauendes räuchern.  Räucherwerk für die Rauhnächte können sein: Beifuß, Wacholder, Mariengras, Misteln, Tannen und Fichtenharz. Der Weihrauch der Alpen, das Fichtenharz, wird seit jeher verwendet. Bei unseren Spaziergängen können wir es selbst vom Baum brechen und trocknen. Aber vergesst ned, euch zu bedanken!

Das Ende der 12-er Nächte, wie die  magischen Rauhnächte auch genannt werden, bildet der 6. Januar mit dem Tag der Heiligen Drei Könige. Noch heute ist es nicht nur in der Alpenregion ein Brauch, dass Kinder singend von Haus zu Haus ziehen und die Buchstaben CMB über die Haustür malen. Auch dieses Ritual kannten unsere Altvorderen vor uralten Zeiten schon.



Besinnliche, stade Zeit. Gehen wir aufeinander zu, 
feiern wir gemeinsam die Rückkehr des Lichts 
und lassen es auch in uns wieder scheinen. 
Schließen wir Frieden mit dem was war im vergangenen Jahr  
und öffnen unsere Herzen 
in Liebe und Zuversicht dem was da kommen mag!  

 



Text (co) Karin Mayer
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Montag, 28. Oktober 2013

Samhain

Vor ein paar Tagen machten wir einen ausgiebigen Spaziergang, wir haben ganz die Zeit vergessen und so fing es auch schon an zu dämmern. Die Nebelfrau zog ihre Tücher über die Seen und Täler, dick und breit und schwer legten sie sich nieder. Matt und müde versuchte die Sonne durch den Schleier zu kommen. Alles um uns herum wurde in ein magisches, mystisches Licht getaucht. Fast unwirklich, wie aus einer anderen Welt
Ja, die Tore öffnen sich wieder, es ist...

Samhain
 


Bei mir ist Samhain nicht nur in dieser einen Nacht, der Nacht zum 1. November. Es fängt eigentlich schon Tage, manchmal auch Wochen vorher  an. Auch die alten Kelten haben das übrigens so gehandhabt.  Eigentlich kann es mir gar nicht früh genug anfangen. Da wird dann bei jedem Besuch in der Natur etwas mit nach Hause gebracht  und die Wohnung damit dekoriert. Kürbisse, Eicheln, Nüsse, Blätter, Zapfen, zwischen Kerzen bringen sie schon mal eine schöne  Atmosphäre. Während Christen an Allerheiligen trauern, ist es für mich ein mystisches, besonders stimmungsvolles Fest. Schon beim Schreiben dieser Zeilen verspür ich diese für mich ganz magischen Energien..

Manche verbringen Samhain gern in einer großen Runde, ich bin in dieser Zeit lieber alleine. Vielleicht hört und fühlt man so besser. Die Schleier zwischen den Welten sind sehr dünn in diesen Nächten, der Vorhang hebt sich und die Welten verschmelzen für einen kurzen Augenblick.  Ich baue mir gern eine Art "Altar" auf, das ist, wenn man es bewusst macht, schon ein Ritual für sich. Tücher, Kerzen, Räuchermischung, Steine, eine Schale mit Wasser, da hat jeder so seins für sich. Bei mir wird alles auf dem Boden aufgebaut, so erdnah wie möglich. Fast meditativ, den Blick nach innen gerichtet, im Steinkreis sitzend, lässt man seine Gedanken fließen. Hin zu denen, denen man gedenkt. Dankbar für alles, was man von ihnen geschenkt und mitbekommen hat. So viel Wissen ist in uns, gesammelt in Jahrhunderten.


Freilich gibt es auch zu diesem Jahreskreisfest das passende Essen. Da gehört an Samhain eine Kürbissuppe auf den Tisch. Jedenfalls sollte es ein Mahl aus Gemüse sein, das sehr erdnah wächst. Wir gedenken derer, deren Körper wieder in die Erde gegangen sind. An Samhain geht alles fließend ineinander über, schönes Essen, Trommeln, im Steinkreis sitzen und einfach nur den Moment auf sich wirken lassen und sich der Stimmung öffnen. 

Alte Bräuche ranken sich um Samhain:

Die Gräber werden besonders schön geschmückt. In manchen Gebieten ist es üblich, dass in diesen Nächten die Türen nicht verschlossen werden um den vorangegangenen Verstorbenen Gastfreundschaft zu erweisen. Am Tisch werden zusätzliche Gedecke aufgelegt und Stühle hinzu gestellt. Mit dem  ersten Hahnenschrei am Morgen des 1. November werden die Geister wieder in ihr Reich zurückgerufen. Hört man in der Nacht zuvor Schritte hinter sich, ist es ratsam sich nicht umzudrehen, die Toten nehmen einen sonst mit. Man stellt eine Kerze ins Fenster, damit die Geister der Toten sich nicht verirren und den rechten Weg finden. Der Brauch, Kürbislaternen vor die Haustür zu stellen, verbreitet sich auch immer mehr. Damit sollen gute Energien und Kräfte den Weg hineinfinden. In anderen Gegenden werden Essen und Trinken vor die Tür gestellt, um die Toten zu ehren und ihnen eine kleine Stärkung zu geben. 



Immer mehr sieht man auch bei uns Kinder, die sich gruselig verkleiden und von Tür zu Tür ziehen, um dort um Süßigkeiten zu bitten.  Ich denke mir dabei immer, weil der Brauch, den Geistern was zum Essen vor die Tür zu stellen, immer mehr in Vergessenheit geraten ist, übernehmen die Kinder nun den Part. Trick or Treat! Sollen sie ihren Spaß haben, mich freut's immer, wenn bei mir welche klingeln.

Samhain war das Silvester unserer Ahnen, der Kelten. Kalender war für sie die Natur, Samhain ein Mondfest.  Es ist die Zeit des Übergangs, in dem die Grenzen verwischen, diesseits und jenseits, sich auflösen. Ein Zwischenraum, in dem alles möglich ist.  Wenn die Wände zur Anderswelt durchlässiger werden, dann ist die Zeit auch immer besonders günstig für Prophezeiungen und Orakel.  Die Gesetze von Raum und Zeit sind aufgehoben.

Früher  war es üblich, einen Hollerbaum neben dem Haus zu haben, der Holunderbaum ist ein Schwellenbaum, ein Zugang zu den Ahnen und auch ein Schutzbaum. Die alten Bauern haben dann an Samhain  Milch, Brot und Bier unter den Holler gestellt. Denk ich an Holler, denk ich an meine Oma. Sie hat daraus die beste Marmelade gemacht.  Ich gönn  mir   ein Glas Hollerwein heut, schau alte Fotoalben an  und erzähl die alten Geschichten. Ihre Geschichten, und somit auch meine Geschichte, denn wir sind für immer verbunden. Sie sind ein Teil von mir... meine Lieben.... 


Für die Bauern ist nun auch endgültig das Ende der Erntezeit, für die Kräuterfrauen das Ende der Sammelzeit. Alles was nach Sonnenuntergang noch auf Feldern, Wiesen und Wäldern ist, darf nicht mehr gepflückt werden. Alles Essbare geht in den Besitz der Naturgeister über. Die Wintersaat hat im Boden zu liegen, das Holz für den langen Winter muss sicher verstaut sein, das Vieh im Stall. Tiere, die zu schwach für den nahenden Winter waren, wurden zu Samhain geschlachtet. 




Mit Samhain beginnt die stille Zeit, in der man sich wieder mehr dem Innen zuwendet und die Seelenbilder betrachtet. Was will man mitnehmen in die Stille Zeit, um es neu entstehen und wachsen zu lassen im nächsten Jahreskreis?  Die trüben Novembertage laden dazu ein, sich seiner eigenen Vergänglichkeit wiedermal bewusst zu werden, sich mit den eigenen Schatten auseinanderzusetzen.   Wie Beltane so ist auch Samhain ein Mondfest, ich würds auch mehr dem Neumond im Skorpion, wie dem Vollmond,  zuordnen. Die Blätter an den Bäumen sind bunt gefärbt.  Der Wind, der jetzt oft so kräftig weht, erzählt ihnen vom "wieder geboren werden" und nimmt sie mit fort. "Tanz mit uns, flieg mit uns, im Nebelwind". In dieser stillen Zeit erzählt nur noch der Wind seine alten Geschichten und wenn wir genau hinhören, könnte man meinen, es sind unsere Ahnen, die von längst vergessenen Geschichten uns erzählen wollen. Unsere Geschichten, denn wir sind für immer ein Teil von Ihnen.

Blessed Samhain  
☽✩☾ 
nehmt das Gefühl und die Bilder in euch auf  
☽✩☾  
zwischen den Welten
wo Tag & Nacht 
Zukunft & Vergangenheit
Diesseits & Jenseits
eins sind  
☽✩☾
Blessed Samhain  
☽✩☾



Text (co) Karin Mayer
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Freitag, 20. September 2013

Mabon - Tag und Nachtgleiche - Herbstanfang

Mabon, Tag und Nacht sind  im Einklang. Für einen kurzen Augenblick ist alles  im Gleichgewicht, was auch durch das astrologische Symbol der Waage, wo die Sonne zu Mabon steht, gekennzeichnet ist. Die Ernte ist eingefahren, es herrscht eine reiche Fülle, die Blätter tragen  ihre schönsten Farben. Das Leben zeigt sich nochmal von seiner  buntesten Seite. Nachts wird es aber auch schon wieder richtig kalt, der Sommer ist vorbei, es ist Herbst.
Mabon auch Alban Elued genannt, ist die Zeit um den 22. September rum, ein Sonnenfest und das Gegenstück zu Ostara. Alban Elued bedeutet "Licht des Wassers" oder auch "Licht über dem Wasser" Im Symbol des Sternzeichens Waage ist dies auch zu sehen. Die Sonne hat die Hälfte des Jahreskreises hinter sich und steigt hinab. Langsam bereitet man sich auf die dunklere Zeit vor.  Die Ernte ist nun abgeschlossen und wir erfreuen uns der Früchte Arbeit.  In einem großen Fest wird den Göttern  für den reichen Segen gedankt. Die Kirche hat dieses alte, keltische Fest als Erntedankfest oder Michaelifest übernommen. Michaelitag ist der 28. September. Michael ist der Erzengel, der Luzifer in die Unterwelt stößt. Dargestellt wird er mit Schwert und Waage. Er steht an der Schwelle zwischen Tod und Wiedergeburt und will für Ausgleich sorgen. Symbolisch erkennen wir hier das Sternzeichen Waage. 
 
Mabon aus dem walisischen steht für großer Sohn, er ist der Sohn von Madron, der Erdenmutter. Bei den Germanen wurde vor allem Thor für die Ernte gedankt. Noch heute gibt es den alten Brauch dreimal auf Holz zu klopfen, wenn wir Glück uns wünschen. Dies erinnert  an den germanischen Donnergott.  Als Zeichen der Verbundenheit mit den Naturwesen wurde in alten Zeiten ein Strauß aus Kornblumen auf dem Feld als Dank  für diejenigen, die uns bei der reichen Ernte unterstützt  haben, zurückgelassen. 
Ein bisschen ist der Herbst so wie das älter werden. Vieles hat man erreicht, viel Arbeit getan, nun kann man nochmal ein wenig genießen und viel Schönes entdecken. Die Früchte sind reif und uns steht eine reiche Fülle der Natur zur Verfügung. Die große Hitze weicht einem sanften goldenen Licht. Morgens sieht man schon eifrig die Nebelfrau ihre Tücher über die Täler und Seen ziehen. Aber noch sind Tag und Nacht fast gleich lang,  bald kommen aber  die Herbststürme. Dann gewinnt die Nacht an Zeit und Raum und  die Natur und wir mit ihr,  tauchen ein in die dunkle Jahreszeit. 
Wir können es jetzt der Natur gleichtun, indem wir mit unserer Aufmerksamkeit nach Innen richten und schauen, wo wir gerade nicht im Gleichgewicht sind. Was kann mir helfen, um in die Ausgewogenheit zu kommen? Bei einem Spaziergang, allein und schweigend, draußen in der Natur, bekommen wir symbolhaft die Antwort. Die kann sich in Dingen, Pflanzen, Bildern, Situationen ebenso zeigen, wie in Gefühlen, Gerüchen, Stimmungen, Erinnerungen.  
Zu Mabon feiern wir Erntedank. Die Wohnungen und Altäre werden herbstlich mit Früchten, Blumen, Blättern und Getreide in den schönsten Herbstfarben, wie orange, rot und braun, geschmückt. Mit Efeuranken, Weinlaub, Nüssen,  Kastanien, Bucheckern, Eicheln, bunten Blätter, Kürbissen und Mais das Haus und drumherum, dekoriert. Ährenkränze und Erntekronen werden geflochten und aufgehängt. Erntefeuer werden entzündet und um sie herum getanzt. Die Göttin wird nun zur alten Weisen. Der Sommer zum  Altweibersommer,  wo  Spinnweben von Tau  bedeckt fast mystisch uns verzaubern. 
Wir danken  aber nicht nur Mutter Erde für ihre Fruchtbarkeit, sondern auch all dem, was wir persönlich ernten konnten.  Was wir an neuen Erfahrungen machen durften und wo wir Hilfe und Unterstützung bekommen  haben. Und wie auch die Natur sich auf den kommenden Winter vorbereitet, machen wir das auch. Mir kam das gestern so in den Sinn, das entspricht auch genau aus astrologischer Sicht den beiden Zeichen, die um Mabon sind: Jungfrau und Waage.  Reinigung im Innen und Außen, dazu gehören auch unsere Gegenstände, die wir für Zeremonien und Rituale verwenden. Mit dem Blick fürs Wesentliche, trennt man sich nun von dem, was verbraucht ist. Auch was wir selbst nicht mehr mit uns rumschleppen wollen, können wir nun abgeben. Dazu eigenen sich ganz besonders der Jungfrau Neumond und der darauf folgende Vollmond, reinigen, auflösen, dann kann auch alles wieder fließen  und wir vertrauen uns dem  Fluss des Lebens an. Das Saatgut und alles andere, was wir im nächsten Frühjahr wieder brauchen, muss gut verstaut und gelagert werden.

Wusstet ihr, dass man dieses Fest auch Schwellenfest nennt? Meist blickt man ja mit Freude an den Sommer zurück und mit eher gemischten Gefühlen auf die kommende dunkle Jahreszeit. Bei mir ist es dieses Mal genau andersrum. So manches hab ich erkennen dürfen in diesem Sommer, manches war schmerzhaft, manches war schön. Jetzt fühl ich mich innerlich bereit, mit dem "richtigen Fuß" über die nächste Schwelle zu gehen. Im tiefen Wissen, dass die Dunkelheit nicht Zerstörung für mich bedeutet. Ich freue mich auf den Altweibersommer und auch oft trübe neblige Novembertage, auf heftige Herbststürme und reinigenden Regen, auf den modrigen Geruch verwelkter Blätter und Zeiten des Rückzugs, um neue Kraft zu bekommen.  Ich wünsche Euch allen, dass ihr mit dem richtigen Fuß über die Schwelle geht.
☽✩☾
Blessed Mabon

Text (co) Karin Mayer
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Donnerstag, 1. August 2013

Lammas - Lughnasadh - Schnitterfest


Wenn der Achte Vollmond nach dem Julfest (Weihnachten) ist, dann haben wir Lammas, was  schon unsere Ahnen feierten. In den Zeiten der Christianisierung wurde ein Marienfest daraus, Maria Himmelfahrt. Lammas ist, genau wie andere Mondfeste auch, ein bewegliches Fest, das heißt, die Energie ist nicht an einem Tag sondern die Phase um den achten Vollmond, dem Wassermann Vollmond. 



Lammas, auch Schnitterfest, oder Lughnasad genannt, ist eine Zeit des Überflusses und der Beginn der Ernte. Endlich konnte man das was gesät wurde, ernten und einfahren. Es ist das Fest des Gottes Lugh, dem Kornkönig. Mit dem ersten Schnitt des Korns stirbt der Kornkönig und kehrt wieder zurück in das Reich der Finsternis, wo er wartet, bis er im nächsten Frühjahr wieder erwacht. Man läßt auf dem Feld ein paar reife  Ähren stehen als Dank und auch deshalb, damit im kommenden Jahr neues Leben aufkeimt. Es werden auch ein paar der alten Körner als Glücksbringer  in das neue Saatkorn  beigemischt.


Die heißesten Tage des Jahres sind angebrochen, die Hundstage wie sie noch heute genannt werden. Der Begriff hängt übrigens mit dem Stern Sirius zusammen, aber das ist eine andere Geschichte und wird ein andermal erzählt. Bei unseren Ahnen wurde zum  Schnitterfest den Göttern für die Ernte mit Opfergaben wie Brot, Korn, Früchte und Wein, gedankt. Und für fruchtbares Land und weitere  Ernten gebeten. Außerdem sollen so die zerstörerischen Kräfte von Sommergewittern fern gehalten werden.



Weitere Bräuche, die auch  heute noch gepflegt werden, sind zum Beispiel die alte Tradition eine Puppe aus Korn und Stroh zu basteln. Sie gilt als Symbol für die Fruchtbarkeit von Mutter Erde und wird bis zum nächsten Schnitterfest als Glücksbringer aufbewahrt. Beim nächsten Fest wird eine neue gefertigt und die alte Puppe in einem zeremoniellen Feuer verbrannt.  In der Zeit der großen Hitze geht die Schnitterin mit der Sichel und schneidet das Korn. Mitten in der Fülle des Lebens wird die dunkle Jahreszeit eingeläutet. Auch für uns eine Gelegenheit, in einem Ritual altes abzuschneiden. Dies ist ein sehr kraftvolles Ritual, in dem wir alte Gewohnheiten wie alte Zöpfe von uns trennen können.



An Lammas ist es auch an der  Zeit die Kräuterernte abzuschließen. Die Wärme und Kraft des vorangeschrittenen Sommers geben den Wirkstoffen der Kräuter die höchste lebensspendende und heilende Energie der Sonne. Die gesammelten Kräuter werden geweiht, auf dass sie in den nächsten Monaten ihre Wirkung behalten und schützend und unterstützend wirken. Auch für die katholischen Christen ist Maria Himmelfahrt (15.August) eng verbunden mit der Kräuterweihe.  Zu den  sieben "Hauptkräuter" eines Kräuterbüschel zählen Wermut, Kamille, Johanneskraut, Salbei, Königskerze, Spitzwegerich und Arnika.  



Ihren Namen hat die Königskerze übrigens daher, weil sie früher in Harz getaucht wurde und als Fackel bei keltischen Sonnwendfesten benutzt wurde. Seit jeher gilt sie als Nothelfer, Schutz- und Zauberpflanze. Die Anordnung der Kräuter zum Büschel folgt dabei einem genauen Ritual, nach der Astrologischen Planetensignaturenlehre. 
In alpenschamanischer Sicht steht die Königskerze mit dem Jenseits in Verbindung. Des weiteren wird sie auch Wetterkerze genannt und das kommt einerseits daher, dass sie vor Gewittern schützen soll, wenn man sie vorm Haus wachsen lässt.


Traditionell darf  bei den großen Festen  selbstgebackenes Brot, Beeren und Äpfel, Lammbraten und Obstkuchen nicht  fehlen.  Wein aus wilden Beeren, Ale und Mädesüß Tee wird dazu gereicht. Die Tafel wird mit Weizen, Hafer, Kornblumen und Früchten geschmückt. Pferderennen und Spiele werden veranstaltet.  Ein alter Mythos besagt, dass man zu Lammas einen großen Stein oder Berg aufsuchen soll um dort die gebündelte Kraft und Energie zu tanken. Die Götter würden sich an diesen Tagen dort aufhalten. 



In den kommenden Wochen nimmt die Helligkeit deutlich ab, Korn und Früchte sind reif aber noch nicht im Trockenen. Bald beginnt also die Zeit der harten Arbeit in der alle zusammenhelfen und hoffentlich das Wetter nicht noch einen Strich durch macht, noch kann nämlich auch alles verloren gehen. In diesem rituellen Fest bittet man um Unterstützung und Beistand. Und auch wir sollten nun Projekte die "reif" sind, "unter Dach und Fach" bringen.







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