Die Ruhe zwischen den Zeilen
Diese Woche ist astrologisch fast schon verdächtig ruhig. Große Aspekte? Fehlanzeige. So etwas gibt es tatsächlich nicht besonders oft. Die Planeten scheinen sich eine kleine Verschnaufpause zu gönnen und lassen uns zwischen all den intensiven Wochen einmal Luft holen. Aber Ruhe bedeutet nicht unbedingt, dass nichts passiert. Manchmal bewegt sich gerade dann besonders viel unter der Oberfläche und das passt ja in die Skorpionzeit.
Der Wochenbeginn gehört dem Mond im Löwen und der hat am Montag Nachmittag eine Begegnung mit Mars im Löwen. Da kann es schon ein bisserl lauter werden. Selbstbewusstsein trifft auf Tatendrang, Gefühle wollen gesehen werden und jeder weiß natürlich ganz genau, was er will. Oder zumindest, was die anderen gefälligst wollen sollen. 😉 Der Löwe möchte Aufmerksamkeit und Mars liefert die nötige Portion Temperament dazu. Wer sich auf den Schlips getreten fühlt, könnte entsprechend schnell reagieren. Andererseits steckt in dieser Verbindung auch jede Menge Lebensfreude, Kreativität und Lust, etwas auf die Beine zu stellen.
Am Dienstag wechselt der Mond in die Jungfrau und aus dem großen Löwenkino wird plötzlich nüchterner Alltag. Listen schreiben, Dinge ordnen, Fehler suchen, aufräumen. Nur dass der Mond am frühen Abend ins Quadrat zu Uranus läuft und damit kann die schöne Ordnung ziemlich schnell wieder durcheinandergeraten. Gefühlschaos statt sauberer Ablage. Etwas kommt anders als gedacht, ein Plan platzt oder eine Nachricht bringt plötzlich Bewegung in eine Situation, die eigentlich längst geklärt schien. Uranus liebt Überraschungen und der Jungfrau-Mond liebt es eigentlich, wenn alles seinen Platz hat. Das könnte also ein etwas nervöses Zusammenspiel werden.
Ausgerechnet an diesem Dienstag wird in den USA gewählt. Die Midterm Elections finden am 3. November statt. Alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze stehen zur Wahl, dazu kommen zahlreiche Gouverneurs-, Landes- und Kommunalwahlen. Mond Quadrat Uranus passt erstaunlich gut zu einem Wahltag, an dem Überraschungen, unerwartete Verschiebungen oder ein Ergebnis, das anders ausfällt als die Prognosen erwarten lassen, durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Uranus bringt Bewegung in festgefahrene Verhältnisse und sorgt nicht selten dafür, dass am Ende eben doch alles ein bisschen anders kommt als gedacht.
Aktuelle Umfragen sehen die Republikaner unter Druck, von einem sicheren Ergebnis kann keine Rede sein. Mit Transit Mars und Jupiter bei Trumps Radix-Mars dürfte die Spannung jedenfalls ordentlich steigen. Ich frage mich, wie Trump mit einem Ergebnis umgehen würde, das nicht seinen Vorstellungen entspricht. Ein Löwe Mars akzeptiert kein Nein. Es ist zu befürchten, dass es dann zu autoritären Maßnahmen ( Jupiter Transit Löwe Mars) kommen könnte, die in den demokratischen Prozess eingreifen.
Der astrologisch interessanteste Moment der Woche folgt am Mittwoch mit der Konjunktion von Merkur und Sonne im Skorpion. Etwas wird sichtbar. Ein Gedanke, eine Erkenntnis oder vielleicht auch eine Wahrheit, die wir bisher übersehen haben. Passender könnte der Zeitpunkt kaum sein. Am Dienstag die Midterm Wahlen, am Mittwoch richten sich dann alle Augen auf die Ergebnisse. Doch Merkur im Skorpion erinnert uns daran, dass nicht alles sofort sichtbar ist. Hinter jeder Nachricht steckt eine Geschichte und hinter jeder Geschichte oft noch eine zweite.
Vielleicht gilt das nicht nur für die Politik.
Vielleicht lohnt es sich auch, im eigenen Leben einmal genauer hinzuschauen. Welche Geschichte erzähle ich mir seit Jahren? Und stimmt sie überhaupt noch?
Merkur rückläufig schaut zurück, gräbt in alten Geschichten und stellt Fragen, die vielleicht längst beantwortet schienen. Im Skorpion gibt er sich mit der Oberfläche sowieso nicht zufrieden. Er will wissen, was wirklich dahintersteckt. Eine gute Konstellation also, um noch einmal genauer hinzusehen. Was wurde gesagt? Was wurde verschwiegen? Was haben wir übersehen? Und manchmal ist die Wahrheit eben nicht das, was zuerst auf dem Tisch liegt.
Nach den intensiven Tagen wird es ab Donnerstag deutlich luftiger. Der Mond wandert am Nachmittag in die Waage und bleibt dort bis Samstagabend. Es darf wieder ein bisschen Harmonie einkehren. Die Waage möchte ausgleichen, vermitteln und wenigstens versuchen, die verschiedenen Seiten zusammenzubringen. Vielleicht brauchen wir nach den Diskussionen der vergangenen Tage einfach einmal ein bisschen Frieden oder wenigstens einen guten Kompromiss.
Am Sonntag wandert der Mond dann in den Skorpion und damit sind wir wieder mitten im Reich der Zwischentöne. Vieles muss nicht ausgesprochen werden, weil man es ohnehin spürt. Der Skorpionmond schaut gerne hinter die Kulissen und hat ein ziemlich gutes Gespür dafür, wenn etwas nicht zusammenpasst. Das ist die Besonderheit dieser Woche, es gibt keine großen kosmischen Feuerwerke. Keine spektakulären Spannungen, die uns ständig von einem Ereignis zum nächsten schubsen. Stattdessen gibt es kleine Bewegungen, Stimmungen und Zwischentöne.
Eine Woche zum Beobachten. Zum Zuhören. Zum Hinschauen.Vielleicht auch zum Staunen, was sich alles bewegt, wenn die Planeten einfach mal Pause machen.
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☿ Merkur in Skorpion (24.10.26 - 13.11.26 in Skorpion) "Nichts ist wie es scheint"
♀ Venus rückläufig in Skorpion (03.10. - 14.11.2026) "Rache ist süß."
♄ Saturn rückläufig im Widder (26.07. – 11.12.2026) "Angezogene Handbremse."
⚷ Chiron rückläufig im Widder (03.08.2026 – 06.01.2027) "Nach Rückschlägen nochmal von vorne anfangen."
♅ Uranus rückläufig in den Zwillingen (10.09.2026 – 08.02.2027)
"Flexibilität ist Trumpf."
♆ Neptun rückläufig im Widder (07.07. – 12.12.2026)
"Die Widerstände lösen sich auf."
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Alle Texte (co) Karin Mayer - sofern es nicht anders gekennzeichnet ist. Wenn
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Astrografik: astroplus