Gestern ist Tim Curry gestorben. Für mich ist er vor allem Dr. Frank N. Furter aus der Rocky Horror Picture Show. Die DVD und natürlich die Schallplatte stehen noch immer bei mir im Regal. Ich war als Kind vom Land völlig fasziniert von dieser schrägen, glitzernden, verrückten Welt. Menschen in Mieder, Strapsen und High Heels, ein Schloss mitten im Nirgendwo, Transvestiten, ein Brautpaar und mittendrin diese Musik. „It’s astounding, time is fleeting“, „It’s just a jump to the left“ und natürlich „I’m going home“. Dazu dieses so wundervolle und ganz spezielle „Like a science fiction double feature“. Wer hätte damals gedacht, dass diese durchgeknallte Geschichte so viele Jahrzehnte überdauern würde?
Ein Blick in Tim Currys Horoskop lässt Dr. Frank N. Furter gar nicht mehr so überraschend erscheinen: Sonne im Widder, Mond im Schützen und Aszendent Löwe. Feuer, wohin man schaut. Dazu Pluto im 1. Haus sowie Sonne und Venus im 10. Haus. Bühne, Selbstausdruck, Provokation und die Lust, sich ganz und gar zu zeigen. Dieser Löwe-Aszendent musste natürlich irgendwann in Strapsen, High Heels und Korsett auf einer Bühne stehen und mit einem lasziven „I’m just a sweet transvestite“ die Welt aus ihrer braven Komfortzone schubsen. Wer sonst hätte Dr. Frank N. Furter spielen können?
Frank N. Furter war dabei viel mehr als eine schräge Figur. Für viele Menschen wurde er zu einer Erlaubnis, anders zu sein. Tim Curry selbst sagte später, die Figur habe gerade jungen Menschen diese Freiheit gegeben.
„Don’t dream it, be it.“
Mehr Widder, Löwe und Schütze geht eigentlich kaum. Nicht davon träumen, wer du sein könntest. Sei es. Spring einfach mal nach links und dann nach rechts. Manchmal braucht es eben nur diesen kleinen Sprung, um aus der gewohnten Welt herauszukommen.
Curry hat diese Botschaft selbst gelebt. Er spielte Figuren, die Grenzen sprengten, provozierten, erschreckten und faszinierten. Frank N. Furter, Pennywise, den Lord of Darkness und viele andere. Immer wieder verwandelte er sich und blieb dabei doch unverwechselbar.
Nun heißt es für ihn tatsächlich:
„I’m going home.“
Ein Satz, der plötzlich ganz anders klingt.
Danke, Tim.
Danke für Dr. Frank N. Furter, für den Time Warp und für eine Welt, die für ein Dorfkind damals so unglaublich fremd, verrückt, verheißungsvoll und faszinierend war.
Danke für Dr. Frank N. Furter, für den Time Warp und für eine Welt, die für ein Dorfkind damals so unglaublich fremd, verrückt, verheißungsvoll und faszinierend war.
Don’t dream it. Be it. 🖤✨🦋
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