Freitag, 7. Dezember 2012

Der Mistelzweig




Der Mistelzweig

Ein Brauch aus dem englischsprachigen Raum verbreitet sich auch bei uns wieder mehr. Küssen unterm Mistelzweig!
 

 


"Mistletoe, kiss and go!"

Der Legende nach bleiben Paare, die sich unterm Mistelzweig küssen ein Leben lang glücklich vereint. Dabei sind die weißgelben, klebrigen Beeren sogar leicht giftig. Die Mistel ist botanisch gesehen, ein Halbparasit. Sie wächst auf Ästen, sehr oft auf alten Eichen. Ihre Nahrung holt sie sich aus den Bäumen, wobei sie das auch selbstständig durch Photosynthese kann.

Aber woher kommt nun die Legende mit dem Küssen und die Verbindung zu Weihnachten?
Schon von den Kelten und Germanen wurde den geheimnisvollen Misteln magische Kräfte nachgesagt. Die Mistel galt als heilig, so soll sie Fruchtbarkeit schenken, Schutz gegen Gift sein und als Aphrodisiacum dienen.


 
Zum anderen findet sich die Mistel auch in der nordischen Göttersage, bei den alten Römern, sowie in der griechischen Mythologie. In der Mistel wurde die Seele der Eiche vermutet, der Baum hat seit jeher große Symbolkraft. Geerntet wurde zur Sommer und Wintersonnwende von weiß gewandeten Druiden. Mit ihren goldenen Sicheln schnitten sie die immergrüne Pflanze, in einer rituellen Zeremonie, ab. Hier ist vermutlich auch der Zusammenhang mit Weihnachten.
 
Bei den nordischen Völkern galt die Mistel als Pflanze des Friedens, unter der sich Feinde versöhnten. Bei den Griechen gehörte das Küssen unterm Mistelzweig zu Hochzeitsritualen. Später, im Mittelalter wurde die Mistel dann unter die Türe gehängt um böse Geister und Hexen zu verjagen. Weitere Namen für einen Mistelzweig sind daher auch: Hexenbesen oder Druidenfuss. 

Bei mir bleibt der Mistelzweig das ganze Jahr über hängen, weil ich seine Blätter gerne auch zum räuchern verwende. Geräuchert hat man mit der Mistel auch schon immer, gerne gemeinsam mit Eisenkraut, so können beide ihren krautigen süsslichen Duft schön verströmen. Eine Mistel Räucherung lässt unsere Seele zur Ruhe kommen und auf Reisen gehen. Sie geleitet uns in Andere-Welten. Auch ist die Mistel gern Bestandteil von Schutzräucherungen.





Nach dem Küssen under the mistletoe müssen die Männer eine der Beeren pflücken. Sind alle Beeren aufgebraucht, darf auch nicht mehr geküsst werden. Nach Weihnachten wird dann der Zweig verbrannt, damit sich die Prophezeiung der ewigen Liebe auch erfüllen kann.

Aber nicht nur die Macht der ewigen Lieben soll von der Mistel ausgehen, auch heilende Wirkung soll sie haben. Mistelpräparate gegen Bluthochdruck und Herzkrankheiten sind die häufigsten. Die Wirkung gegen Krebs ist nicht erwiesen, allerdings soll die Mistel allgemein den Körper in höhere Alarmbereitschaft versetzen um gegen Krankheiten anzukämpfen.

Mistletoe, kiss and go!

 


Text (co) Karin Mayer
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Bildquelle:animaatjes.de



Donnerstag, 6. Dezember 2012

Schneeflöckchen


I'm dreaming of a white Christmas,
Just like the ones I used to know.
.....
And may all your Christmases be white.
 
Irving Berlin




Ganz oben auf dem Wunschzettel steht oft: 
Weihnacht im Schnee.
Irgendwie träumt wohl jeder davon. Dabei ist es keineswegs selbstverständlich, dass die weißen Flocken an Weihnachten romantisch vom Himmel fallen.
Ein weißes Weihnachtsfest, das gibt es bei uns in Deutschland - rein statistisch - im Flachland nur alle 10 Jahr.
Eine alte Bauernregel besagt: Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein, ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will.





Schneeflocken:
Zutaten:

200g Mondamin

130g Mehl

100g Puderzucker

1 Päckchen Vanillezucker

250g Butter ( Knetteig )
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Aus den Zutaten einen Knetteig machen. Eine Stunde in den Kühlschrank damit. Dann den Teig zu Haselnuss grossen Kugeln formen , mit einer  bemehlten Gabel platt drücken und bei ca. 175  Grad 10 Minuten backen




Na lassen wir uns überraschen, und wer ganz sicher Schneeflocken zu Weihnachten haben will, 
der probiert einfach dieses Rezept aus. 
Viel Spaß dabei und lasst sie euch schmecken!


Bildquelle: animaatjes.de

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Weihnachten in Italien

Jedes Land hat andere Traditionen zum Weihnachtsfest, heute stelle ich  euch Italien vor.

Die kleinen Italiener werden zur Weihnachtszeit reich beschenkt, so gibt es dort am Nikolaustag kleine Geschenke und auch am 13. Dezember, dem Luciatag, gibt es was für die Kinder. Aber auch die Armen werden bedacht und bekommen an diesem Tag eine warme Mahlzeit.

An den Tagen vor Heilig Abend gehen die Kinder in Lumpen gekleidet von Haus zu Haus und singen Lieder. Dafür gibt es dann Süssigkeiten und ein bisserl Geld. Dieser Brauch ist auch bei uns in Bayern früher verbreitet gewesen, wir sind als Kinder immer "Kletzen" gegangen. In Sizilien ist das Weihnachtspokern sehr beliebt. Geschenke sind teuer und so kann man sich vielleicht einiges erspielen.

Die jungen und alten Italiener streiten sich gern mal, was wichtiger ist, die Krippe oder der Christbaum. Die Alten stellen die Krippe in den Mittelpunkt. Franz von Assisi war einmal zu einer Pilgerreise in Jerusalem, und war sehr angetan vom Stall zu Bethlehem, den er dort sah. Als er bei seiner Rückkehr davon berichtete entfachte er so in Italien die Liebe zur Krippe.
 
Isarkiesel-Krippe

Am 24. Dezember wird ein großes Festessen mit viel Fisch und Gemüse oder Truthahn veranstaltet. Zum Nachtisch gibt es meistens die Spezialität „Panettone“. Das ist ein Weihnachtskuchen mit Eiern, Butter, Zucker und sehr sehr viel Sultaninen.
Vor dem Essen wird der Christbaum geschmückt und kleine Geschenke darunter gelegt, die aber erst am 25. Dezember ausgepackt werden dürfen. Weihnachten ist in Italien mehr ein fröhliches Fest, so wie Silvester bei uns. Wichtig für alle Italiener ist am Heiligen Abend die Mitternachtsmesse. Am 25. Dezember, früh am morgen, kommt dann das Christkind: „Il Bambinello Gesú“

Italienische Weihnachten bedeutet eigentlich, dass es erst am Dreikönigstag die Geschenke gibt, so wie das Christuskind von den heiligen Königen an diesem Tag die Geschenke bekam. Auch gibt es dort keinen Weihnachtsmann, sondern die gute Zauberin Befana fliegt mit ihrem Besen durch den Kamin und füllt die Stiefel. Für alle die das Jahr über nicht brav waren gibt es nur ein Kohlestückchen, was sicher nicht oft der Fall sein wird.


 die Geschichte von Befana:

Vor uralten Zeiten saß die Befana in ihrem Häuschen am Webstuhl. Da klopften die drei Könige an ihre Tür. Sie baten Befana, mit ihnen zu kommen nach Bethlehem, um das neugeborene Kind zu sehen.
Befana aber wollte erst zu Ende weben. Die Könige gingen voraus. Als Befana endlich fertig war, ging sie hinterher. Sie fand aber den Weg nicht und auch nicht die Heilige Familie. Seither zieht sie durch den Himmel und um die Welt. Am 6. Januar kommt sie an den Häusern vorbei, in denen Kinder wohnen, und bringt ihnen Geschenke.

Buon Natale!



Text (co) Karin Mayer
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Bildquelle:Privat

Montag, 3. Dezember 2012

Barbara - Tag



 


Am 4. Dezember ist Barbara-Tag.
Ein Gedenktag zu Ehren der heiligen Barbara von Nikomedien, die im 3. Jahrhundert als Märtyrerin starb. Seit langer Zeit ist es Brauch, an diesem Tag Barbarazweige in die Wohnung zu holen und damit den Frühling magisch herbeizurufen. Je nach Region werden Kirsch-, Apfel- oder Forsythienzweige geschnitten. Wenn sie bis zum Heiligen Abend blühen, bringen sie während der dunklen Wintertage ein wenig Licht und Hoffnung ins Haus. Nach altem Volksglauben verheißt das Aufblühen der Zweige Glück für das kommende Jahr.

In den Zeiten, „als das Wünschen noch geholfen hat“, glaubten die Menschen fest daran – vielleicht sollten wir ihrem Beispiel wieder folgen? Man kann zum Beispiel für jedes Familienmitglied einen Zweig in die Vase stellen. Wessen Zweig zuerst aufblüht, dessen Wunsch soll sich erfüllen.
Der Barbaratag gilt außerdem als Lostag, ein Tag, an dem Orakel und Fragen an das Leben gestellt werden dürfen:
Was schenkt dir Geborgenheit?
Was darf in deinem Leben neu erblühen?

Doch Barbara gibt es eigentlich schon viel länger. In uralten Zeiten war Barbara noch Borbeth. Die christliche Kirche formte aus Borbeth – Babett – schließlich die heilige Barbara.
Neben Wilbeth und Ambeth gehörte Borbeth im keltischen Glauben zu den drei Bethen, den Schutzgöttinnen. Sie waren so tief im Volk verwurzelt, dass die Kirche sie in die drei Heiligen Katharina, Margarethe und Barbara umwandelte. Und so lebt Borbeth bis heute als eine der drei Heiligen Madl’n weiter.

Borbeth, die warme, leuchtende Erdgöttin.
Ihr Name begleitet uns noch immer – auch wenn wir nicht mehr direkt auf Mutter Erde ruhen, ein Bett hat jeder.
Die Silbe „Beth“ steckt auch im Wort Beten.
„Bor“ wiederum bedeutet so viel wie gebären, bergen, wärmen.

Borbeth ist jener Aspekt der großen Göttin, in dem wir uns zurückziehen, um neu geboren zu werden. Dunkel und Hell, Tod und Geburt gehören zusammen. Ihr Symbol ist der Turm, der Zugang zur Anderswelt, aber zugleich auch Schutz und Zuflucht. Borbeth ist diejenige, die den Lebensfaden abschneidet. Barbara wurde schließlich auch die Schutzheilige der Bergleute: Sie sollen sicher aus der Dunkelheit wieder ans Licht gelangen.

Lassen wir uns daran erinnern:
Nicht nur heute sollten wir der Erdenmutter danken.
Stellen wir als Zeichen unserer Verbundenheit einen Borbeth-Zweig in unsere Stuben  auf dass neues Leben entstehen möge.
 





Text (co) Karin Mayer
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