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Im Vereinigten Königreich wird es gerade ungemütlich. Am 14. September haben sich die führenden Unabhängigkeitsparteien aus Schottland, Wales und Nordirland in Cardiff zusammengeschlossen und gemeinsam das Recht ihrer Nationen auf Selbstbestimmung eingefordert. Alle drei wollen langfristig mehr Eigenständigkeit, teilweise bis hin zur Unabhängigkeit. Astrologisch kommt diese Entwicklung zum passenden Zeitpunkt. Schauen wir deshalb einmal auf das Horoskop des Vereinigten Königreichs vom 1. Januar 1801.
Geburtshoroskop Vereinigtes Königreich
Die Sonne steht auf 10° Steinbock, der Mond auf 19° Krebs, der Aszendent auf 7° Waage, der Deszendent entsprechend auf 7° Widder. Die Steinbock-Sonne steht für Staat, Institutionen, Ordnung und Bewahren. Der Krebs-Mond für Heimat, Zugehörigkeit und das emotionale Fundament eines Landes. Mit Waage am Aszendenten spielt auch der Zusammenschluss eine wichtige Rolle. Dann haben wir da noch eine ordentliche Portion Löwe: Jupiter und Saturn stehen hier, Jupiter zusätzlich im 10. Haus. Das passt wunderbar zum alten britischen Selbstverständnis als Groß- und Weltmacht. Empire, Krone, Stolz und der Anspruch, auf der Weltbühne eine bedeutende Rolle zu spielen. Jupiter im Löwen? I want it all! Auch die Venus im Wassermann im 5. Haus bringt eine interessante Note hinein: Das Vereinigte Königreich hat durchaus ein starkes Bedürfnis nach Freiheit und Individualität, gleichzeitig aber auch nach Gemeinschaft und Verbundenheit. Schon im Radix steckt also ein Spannungsfeld zwischen Eigenständigkeit und Zusammengehörigkeit.
Nun geraten genau diese Punkte mächtig in Bewegung.
Neptun läuft über den Widder-Deszendenten (2028). Die bisherige Vorstellung davon, wer zu wem gehört und wie diese Partnerschaft funktioniert, beginnt sich aufzulösen. Neptun macht Grenzen durchlässig und lässt alte Definitionen verschwimmen. Ausgerechnet am Deszendenten kann das heißen: Die Beziehung zum Gegenüber verändert sich grundlegend. Dieses Gegenüber heißt im konkreten Fall nicht irgendein fremder Staat. Es sind die eigenen Landesteile, die zunehmend sagen: Wir möchten selbst über unsere Zukunft bestimmen.
Dazu kommt Saturn im Widder, der zunächst ebenfalls über den Deszendenten läuft und später das Quadrat zur Steinbock-Sonne bildet. Da wird es ernst. Saturn fragt nach Grenzen, Verantwortung und einer tragfähigen politischen Struktur. Die staatliche Ordnung muss sich einer Prüfung stellen. Neptun löst auf, Saturn will anschließend eine neue Form schaffen. "Should I stay, or should I go!"
Auch Uranus in den Zwillingen mischt kräftig mit. Er bildet ein Trigon zum Uranus des UK-Horoskops auf knapp 2° Waage. Uranus steht für Veränderung, Freiheit und den Bruch mit überholten Strukturen. Ein solcher Transit kann einen Staat regelrecht dazu zwingen, sich neu zu erfinden.
Gleichzeitig steht Pluto im Wassermann gegenüber dem Jupiter auf 2° Löwe. Das ist ein ziemlich gewaltiger Machtaspekt. Jupiter steht für Größe, Einfluss und das Selbstverständnis eines Staates. Pluto im Wassermann stellt genau solche alten Machtstrukturen infrage. Wer hat die Macht? Wer bestimmt? Und wie viel Zentralismus verträgt ein Gebilde, dessen einzelne Teile immer stärker auf ihre eigene Identität pochen?
Später erreicht Saturn schließlich auch den Krebs-Mond des UK-Horoskops. Dann geht es nicht mehr nur um politische Strukturen, sondern um das emotionale Fundament: Heimat, Zugehörigkeit und die Frage, was die Menschen überhaupt noch miteinander verbindet.
Der astrologische Zeitstrahl
2026 – Die Risse werden sichtbar Saturn erreicht den Deszendenten, Neptun folgt ihm 2028. Saturn wird sogar im Dezember direkt auf dem DC wieder direktläufig, er schleift ihn sozusagen. Gleichzeitig stehen Pluto und Jupiter sich direkt gegenüber und Uranus bringt frischen Wind. Die Forderung nach Selbstbestimmung wird lauter und bekommt eine gemeinsame politische Stimme. (14.09.2026)
2027 – Die alte Ordnung muss sich erklären
Saturn kommt ins Quadrat zur Steinbock-Sonne. Jetzt geht es zunehmend um konkrete politische und verfassungsrechtliche Fragen. Was soll die Union künftig überhaupt noch sein?
2028 – Machtverschiebung
Pluto arbeitet weiter an der Wassermann-Löwe-Achse und damit am alten britischen Selbstverständnis von Macht und Größe. Saturn im Quadrat zum Krebs-Mond. Jetzt geht es ans Eingemachte: Heimat, Zugehörigkeit und die emotionale Bindung an das Vereinigte Königreich.
Was bleibt vom Vereinigten Königreich?
Das Horoskop sagt nicht: Großbritannien zerfällt morgen. Im Gegenteil, 2028 gibt es mit der Fußball-EM sogar noch ein schönes gemeinsames Projekt. England, Schottland und Wales treten gemeinsam als Gastgeber auf. Man kann also durchaus noch miteinander feiern, auch wenn politisch längst nicht mehr alles rundläuft.
Eine solch große politische Veränderung braucht ohnehin ihre Zeit. Auch beim Brexit hat es Jahre gedauert, bis aus einer politischen Idee eine neue Realität wurde. Astrologisch ist die Geschichte jedenfalls mit 2028 noch lange nicht zu Ende. 2038/39 wartet noch ein ganz großer Prüfstein: Dann erreicht Pluto die Opposition zum Saturn des britischen Horoskops auf 23° Löwe.
Das könnte eine echte Zerreißprobe für die alte Ordnung werden. Saturn steht für die bestehenden Strukturen, für Verpflichtungen und auch für das, was uns bindet. Pluto fragt irgendwann sehr grundsätzlich: Was davon hat noch Bestand und was muss gehen? Vielleicht geht es dann tatsächlich darum, alte Fesseln zu sprengen und sich aus Strukturen zu befreien, die nicht mehr funktionieren.
Bis dahin bleibt erst einmal die spannende Frage:
Kann aus dem Vereinigten Königreich überhaupt noch die Union werden, die es einmal war?
Astrologisch sieht es jedenfalls danach aus, dass die alte Form gerade ziemlich kräftig an ihre Grenzen kommt. Das kosmische Putzkommando ist offenbar auch in Westminster angekommen.


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